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Persönliche Ziele

Anwälte, die selbst in ihrem Leben schon echte Ziele definiert, verfolgt und erreicht haben, schwärmen von folgenden Vorteilen, die ein Zielinhaber hat oder bekommt: (O-Töne aus workshops)

• Ziele sind immobil, Wege dagegen variabel (nicht umgekehrt).
• Ziele begradigen den Blick und straffen die Schultern.
• Ziele sortieren Strategien und definieren den Weg.
• Ziele unterteilen Methoden in angemessene und nichtangemessene.
• Ziele machen Niederlagen salonfähig und Erfolge zu Alltagsbegleitern.
• Ziele verstärken Lebensfreude und beseitigen das Jammern.
• Ziele helfen beim „Nein“-Sagen und verstärken das „Ja“.
• Ziele sind an Werte gebunden und stützen die persönliche Ökologie.
• Ziele sind oft sehr klein und immer sehr effizient.
• Ziele erschaffen den „Sog“ und beenden jegliche Gleichgültigkeit.
• Ziele sind verlässlich und erden ihren Inhaber.
• Ziele sind erst Denker, dann Lenker.
• Ziele sind viel stärker als die Konjunktur und viel schwächer als der Wille.
• Ziele sind das Gegenteil eines Wunsches und die Folge einer Vision.
• Ziele machen Mut und Spaß.
• Ziele sind sexy.

Wo ein Wille ist, …

Ohne den Willen geht gar nichts, mit ihm nicht alles!
Ein Ziel besteht aus
• dem unbedingten Willen, es zu schaffen! Der Wille ist nicht lern- oder trainierbar!
• aus einer Zieldefinition. Sie dagegen ist zu 100 % lern- und trainierter!

Zieldefinitionen sind unbequem

Zieldefinitionen kommen daher wie Spielverderber und machen zunächst reichlich Ärger: Sie

Ziele und Wünsche

Zielerreichungsstrategie SPEZI

Das Gehirn ist der Motor jeder Entscheidung. Alle Drähte laufen dort zusammen; alle Impulse gehen von dort aus.
Niederlagen und Erfolge entstehen dort. Jeder hat sich schon einmal unabhängig von äußeren Faktoren gemacht, indem er seine Reaktion auf Außenimpulse bewusst gesteuert hat.

Die Zielerreichungsstrategie SPEZI verdeutlicht, wie sehr Ihr Gehirn alle Prozesse steuert.
Hier sind fünf Punkte, in denen sich Ziele von Wünschen unterscheiden. Ziele sind

• S innesspezifisch beweisbar
• P ositiv, konkret und ohne Vergleich ausgedrückt
• E rreichbar durch mich selbst und für mich persönlich ökologisch
• Z eitlich eingegrenzt, mit Zwischenschritten und Zusammenhang versehen
• I ntegrationshilfen möglicher Einwände

S innesspezifische Beweise
Bestimmen Sie, ob Ihr Ziel sichtbar, hörbar oder fühlbar sein wird, sobald es erreicht ist. Definieren Sie konkret, wodurch Sie sicher wissen, dass es jetzt erreicht ist!
Ziele sind sinnlich erfahrbar: „Ich sehe vor mir den lächelnden Mandanten X den Vertrag unterschreiben“ oder: „Ich höre lautes Gelächter im Publikum“ oder: „Ich habe Herzklopfen vor Glück, wenn ich aktiv auf den zukünftigen Mandanten Y zugehe“. Eine ungeahnte Entspannung tritt bereits dadurch ein, dass man schon weiß, wie das Schlussbild aussieht, der Schlusston sich anhört oder das Schlussgefühl sich auswirkt. Test it! Visuell wahrnehmende Anwälte werden übrigens eher ein sichtbares Ziel wählen, Auditive eher ein hörbares, Kinästheten eher ein fühlbares!

P ositive Formulierungen ohne Vergleich
Ziele sind positiv formuliert und vergleichen nicht. Die Aufforderung „Denken Sie jetzt bitte nicht an ein rosarotes Krokodil mit drei Beinen“ führt erstmals im Leben zu einer sofortigen Assoziation eines seltsam unvollständigen Tieres in denkwürdigster Farbe! Die vermutlich gut gemeinte Ermahnung „Fall da nicht runter“ bewirkt im Gehirn von Zweijährigen, die die Erfahrung „Runterfallen“ bereits gemacht hatten, dass sie sich an dieses Lernereignis erinnern und es daher tatsächlich reproduzieren möchten; sie fallen also runter! Das Wort „nicht“ ist sinnlich nicht konnotierbar und wird vom Gehirn getilgt! Es „rutscht durch die Maschen“, so dass das Gegenteil des Gewünschten eintritt!

E igenerreichbarkeit & Ökologie
Ein Ziel ist nur dann ein Ziel, wenn es durch Sie selbst – auch durch Delegation an andere! – erreichbar und für Sie selbst ökologisch ist. „Ich möchte, dass meine Nachbarin mich wieder grüßt“ ist kein Ziel sondern ein folgenloser Wunsch, denn niemand verändert bekanntlich einen anderen Menschen als sich selbst.
Dagegen wirkt „Ich möchte mein Verhalten so umstellen, dass meine Nachbarin mich wieder grüßt“ wie eine attraktive, direkte, positive Instruktion für Ihr Gehirn. Achtung! Hohe Erfolgsaussichten: Andere Menschen zu bewegen, bedeutet, sich selbst zu bewegen!
Damit ein Ziel durch Sie erreichbar ist, muss es Ihrer „persönlichen Ökologie“ entsprechen. Es muss mit Ihrer Persönlichkeit in Einklang und daher für alle Akteure attraktiv sein.
In der TV-Anwaltsserie „Ally Mc Beal“ zeigt ein Dialog zwischen den Kanzleigründern Richard und John, wie es klingen kann, wenn Werte und Grundüberzeugungen auf der Strecke bleiben:

Richard: „Zu Anfang hatten wir doch vier Gründe für unsere Kanzlei. Weißt du noch? Erstens?“
John: „Viel Geld.“
Richard: „Zweitens?“
John: „Mehr Geld.“
Richard: „Drittens?“
John: „Spaß.“
Richard: „Viertens?“
John: „Noch mehr Geld.“
Richard: „Was wurde nur aus Nummer drei?“

Wenn persönliche Überzeugungen zu kurz kommen, ist schon der Versuch der Zielerreichung ein Garant für Unzufriedenheit und Misserfolg. Die ehrliche Antwort auf die Frage: „Wofür lohnt es sich zu kämpfen?“ führt Sie zu einer weiteren, entscheidenden Erfolgsbasis.

Z eitrahmen, Zeiteinteilung und Zusammenhang (Kontext)
Jedes Ziel hat ein vorher fest gelegtes zeitliches Ende, zeitlich definierte Zwischenschritte („Meilensteine“) sowie einen bestimmten Zusammenhang bzw. Kontext. Auch diese Anleitung hilft, Wünsche von Zielen zu unterscheiden. Sie erkennen einen Wunsch daran, dass er bei der Frage nach zeitlichen Eckdaten spontan in sich zusammen fällt; ein Ziel jedoch wird bei derselben Frage erst munter.

I ntegration von möglichen Einwänden
Einwandintegration ist die Königsdisziplin jeder Zieldefinition! Sind die Einwände stärker als das Ziel, ist das Ziel zu schwach und muss VOR dem ersten Schritt umgestellt oder eingestellt werden!
Wer vor dem ersten Schritt weiß, welche Hindernisse auf ihn zukommen werden und wie er auf sie reagieren wird, verhindert, dass er sofort losrennt und dadurch Ressourcen verschleudert, dass er selbst Enttäuschung und die Umgebung Frust entwickelt!

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Ein Beispiel: „Ich will nicht mehr so viel wie früher im Familienrecht arbeiten“.
Das ist ein Spruch aus der „Zeit, als das Wünschen noch half“ (Peter Handke). Dieser Satz enthält kein Ziel sondern einen gehirnphysiologisch folgenlosen Wunsch. Ganz folgenlos ist so was leider nicht: Er ist Beispiel für die Einleitung einer Selbstmanagement-Katastrophe mit garantiert frustriertem Abschluss.
Wenn Sie weiterlesen, erfahren Sie, was daraus werden könnte:

• Her ist ein Beispiel für eine Zieldefinition nach SPEZI:
„Ich will bis zum 31. Dezember zwei Mandate (quantifiziert) im Gesellschaftsrecht (spezifiziert) eigenständig führen. (positiv ausgedrückt und ohne Vergleich, realistischer Zeitpunkt festgelegt).
Ich delegiere dazu die Aufgabe „x“ an Herrn D; (Eigenerreichbarkeit durch Delegation) er soll bis Jahresende … gemacht haben. Und ich delegiere „y“ an Frau W. Sie soll mir darüber hinaus bis zum … (Zeitpunkt) eine Liste zusammengestellt haben über… (Spezifizierung)
Die Mandats-Akquisition treibe ich voran durch: 1) Dr. Gerhard wird mir einen Vortrag bei der Mittelstandsvereinigung vermitteln, 2) …. und 3) ….
In der Partnerversammlung am… unterrichte ich unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ meine Partner von meiner neuen Orientierung und bringe sie dazu, mich zu unterstützen durch die Maßnahmen A, B, C. (Eigenerreichbarkeit – auch durch konkrete Delegation, Zeitrahmen auch bei Zwischenschritten festgesteckt)
Herr Dr. Weißkirch wird dabei einwenden, dass meine heutigen Mandanten verstimmt sein werden. Deshalb antworte ich ihm, …. (Einwand 1 extern) Ich selbst muss dafür noch mit dem Kollegen Brauner mindestens 10 Mandantengespräche führen, denn ich fühle mich unsicher in dem Thema „x“. (Einwand 2 intern). Meine Familie beruhige ich dadurch, dass … (Einwand 3 extern) (Einwand-Integration)
Ich weiß, dass ich mein Ziel erreicht habe, wenn mein neuer Mandant vor mir sitzt und zustimmend lächelt bzw. interessierte Fragen stellt. (sinnesspezifischer Beweis hier visuell und auditiv)