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Kanzleikultur = Kanzleistrategie + persönliches Verhalten

„Kanzleikultur“ ist der Oberbegriff für selbst gemachte, verbindlich erwartete und – längst nicht immer 🙂 – von allen verwendete Denk, Fühl- und Verhaltensregeln innerhalb einer Anwaltskanzlei.
Kanzleikultur ist sowohl der häufigste Kündigungsgrund als auch das beste Verkaufsargument.

Mit Hilfe eines Coachings können Sie die Kultur Ihrer Kanzlei einrichten.

Kanzleikultur: Das Vorbild macht das Bild!

Ein Beispiel: Regelmäßig gebrochene Rückrufversprechen anwaltlicher Chefs werden die Fehlerquote in allen Hierarchieebenen erhöhen.
Eine effektive Kanzleikultur wird – gewollt oder ungewollt – immer von oben nach unten („top down“) eingesetzt und vorgelebt.
Neue Mitarbeiter und neue Mandanten bemerken sie sofort.

Gleichgültig lässt sie keinen.

Kanzleikultur (nach innen) macht Reputation (nach außen)

1. Gebot: Kanzleikultur heißt „Dieselben Werte für alle“!

Wenn der Chef zu spät kommt, ist das nicht dasselbe wie wenn eine Assistentin zu spät kommt. Doch ansagen muss er seine Verspätung rechtzeitig, damit sie planen, Anrufer ohne Lüge vertrösten und Termine verschieben kann. Der dahinter liegende Wert „Verlässlichkeit“ macht die Kanzleikultur aus.
Innerhalb einer Hierarchiestufe muss sogar das Verhalten gleich sein: Alle Vorgesetzten geben dieselben Regeln (z.B. „Wann darf die Assistentin Telefonate durchstellen?“) an ihre Mitarbeiter, damit Krankheitsvertretung einfach organisierbar bleibt.

2. Gebot: Keine Unternehmenskultur gibt es nicht.

Verhaltensweisen von Führungskräften sind für andere immer sichtbar, hörbar oder fühlbar. Sie wirken daher wie Leitlinien für alle: Was der macht, ist also salonfähig. Das darf ich – jedenfalls in diesem Salon – auch.
Wenn dieser eher „kindlichen“ Imitationslust Regeln entgegenstehen (z.B. durch einen Arbeitsvertrag, der Zu-Spät-Kommen sanktioniert), empfinden Mitarbeiter die Kanzleikultur als „brüchig“, „ungesund“, „widersprüchlich“ oder „destruktiv“. (Originalzitate Mitarbeiter)

3. Gebot: Erproben Sie eine offensive Fehlerkultur in der Kanzlei

Kanzleikultur ist die Statik Ihres Hauses. Richten Sie innerhalb ihrer Grenzen eine verlässliche Fehlerkultur ein:
In meinem Aufsatz zitiere ich Mitarbeiter: „Die Fehlertoleranz wurde bei uns ganz offiziell erhöht; allerdings immer nur für Fehler, die erstmals aufgetreten waren. Wiederholten sie sich, waren üble Konsequenzen angedroht, übrigens auch 
für die Anwälte.“

Genießen Sie meinen Aufsatz: „Wie Sie den Schlendrain in der Kanzlei besiegen – 16 Gebote“

4. Gebot: Kanzleikultur nach innen = Reputation nach außen

Wer Reputation nach außen wünscht, muss nach innen einen Dienstleistungshabitus etablieren:
Es gibt in der Kanzlei keine Wartezeiten, kein „Nein ohne Lösung“, keine bemerkbaren Mittagspausen, keine unwirschen Ansagen (auch nicht durch Uhrzeiten auf einem Anrufbeantwortertext), keine Juristensprache gegenüber Nicht-Juristen, keine Bandwurmsätze, keine sichtbaren Tattoos am 7. Lendenwirbel, keine Verzögerungen, keine gebrochenen Versprechen (!), keine Verstöße gegen die Schweigepflicht durch herumliegende Akten, keinerlei servicefeindliche Bemerkung („Das geht nicht“) etc.“

Lesen Sie mehr über die Verbindung von Kanzleikultur und Reputation!

5. Gebot: Optimieren Sie Ihre Führung!

Die „Exzellenz-Initiative“ in einer mittelständischen Kanzlei hat an allen drei Standorten „Führungsstrukturen“ eingerichtet. Was war der Anlass gewesen? Nach der Kündigung einer beliebten und erfahrenen Büroleiterin war Entsetzen spürbar geworden. Sie hatte bei ihrem als „ruppig“ empfundenen Abgang 16 Jahre high-end-Erfahrung, zwei Assistentinnen und eine freiwillige Abfindungszahlung in Höhe von 52.000 Euro mitgenommen. Was war geschehen?

Genießen Sie den Erfahrungsbericht über ein Coaching-Projekt über drei Monate an drei Standorten.

6. Gebot: Delegieren Sie

Anwälte delegieren ungern wichtige Aufgaben an andere Profis. Hauptgrund: Sie haben Angst um ihren Einfluss und um die Qualität ihrer Arbeit. „Wenn man nicht alles selber macht“ ist ein beliebter anwaltlicher Glaubenssatz. Erstaunlich. Denn im eigenen Team befinden sich oft Profis aus anderen Fächern.

Entlasten Sie sich! Lesen Sie mehr Tipps in meinem Aufsatz „Delegation“!

7. Gebot: Ehemalige Mandanten gehören zu Ihrer Kanzlei

Natürlich. Ehemalige Mandanten sind aus harmlosen oder nicht so harmlosen Gründen weg gegangen. Die nicht harmlosen Gründe habe Sie mit verursacht. Und: alles, was Sie verursacht haben, können Sie ändern. Auf diesem Weg erkennen Sie:

Alle ehemaligen Mandanten, deren Weggang Sie mit zu verantworten haben, können Sie zurück gewinnen.